27. Jänner 2011: Zweifacher Pensionsskandal bei den ÖBB

„Wenn wir so weiter machen, gibt es die ÖBB in fünf bis zehn Jahren nicht mehr“, das hat ÖBB-Vorstand Christian Kern am 22. Jänner 2011 in der Tageszeitung Die Presse gesagt. Kern hat Recht. Wenn er so weiter macht wie bisher, werden die ÖBB endgültig zum Sanierungsfall.

Entgegen dem Versprechen von Verkehrsministerin Bures (APA  vom 22. Februar 2010), das Pensionsalter um ein Jahr anzuheben, blieb es auch 2010 auf dem Rekordtief von 52 Jahren (1. Skandal) und CEO Kern stellt sich hin und behauptet in einem Interview (Kronenzeitung vom 22. Jänner 2011) es liege bei 54,8 Jahren. Das ist nachweislich falsch (2. Skandal)!

Kern versucht hier „geschönte“, um nicht zu sagen „falsche“ Fakten zu verkaufen. Damit will Kern den Steuerzahlern Sand in die Augen streuen und bringt das Unternehmen durch Verdrängen der Realität endgültig aufs Abstellgleis.
2009 lag das Pensions-Antrittsalter bei 52 Jahren.

2010 lag diese Zahl erneut bei exakt 52 Jahren.

Das durchschnittliche Pensionsalter bei den ÖBB ist in den vergangenen Jahren – 2008 lag es bei 52,6 und 2007 bei 53 Jahren – sogar noch weiter gesunken. Die Vergleichszahlen sind selbstverständlich inklusive der krankenstandsbedingten Pensionierungen, denn nur bei den ÖBB können Mitarbeiter nach 1 Jahr Krankenstand automatisch in den Dauerruhestand treten.

Und nur die ÖBB können bei Bedarfsmangel Mitarbeiter in den Ruhestand versetzen. Gleichzeitig erfolgen jedoch Neuaufnahmen für die Pensionierungen.

Selbst die langsame Anhebung des skandalös niedrigen Pensionsalters erfolgt nicht, wie es Bures versprochen hat.

Die ÖBB sind und bleiben also ein Frühpensionisten-Paradies auf Kosten der Steuerzahler.

Und ÖBB-Vorstand Kern bleibt bei leeren Ankündigungen und setzt keine konkreten Taten.

Gewerkschaft hat auch überhöhten Gehalts-Abschluss erreicht: Bei den Gehaltsverhandlungen ist Kern vor dem mächtigen Betriebsrat ebenso in die Knie gegangen. Kern hat im Vergleich zum öffentlichen Dienst bei den ÖBB der Gewerkschaft wieder einen höheren Gehaltsabschluss ermöglicht. Während der öffentliche Dienst für 2011 im Durchschnitt mit 0,85% abgeschlossen hat, gibt es für die ÖBBler 1,27%.

Auch in den Vorjahren gab es immer höhere Abschlüsse für die ÖBB-Beamten im Vergleich zu den Bundes- und Landesbeamten. So wird die im Regierungsprogramm geforderte „massive Erhöhung der Produktivität“ niemals erreicht.

Was droht ist die finanzielle Entgleisung der ÖBB und ein weiteres Ansteigen der Milliardenzuschüsse aus dem Steuertopf. Allein für die 72.000 ÖBB-Pensionisten musste der Steuerzahler 2010 mehr als 2,2 Milliarden zuschießen. Für die 1,8 Millionen ASVG-Pensionen betrug der Zuschuss 4,6 Milliarden. Die Ausgaben pro Kopf betragen somit für ASVG-Pensionisten 2.535 Euro und für ÖBB-Pensionisten 27.763 Euro, also mehr als das Zehnfache!

 

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