30. Juni 2008: Die Bilanz: EURO 08 brachte 7:0 für Österreich!

Spanien ist Europameister! Mit dem 1:0-Triumph über Deutschland im Finale der Fußball-Europameisterschaft (EURO 08) gehen drei ereignisreiche Fußball-Festwochen mit viel Offensive und Fairplay zu Ende. Trotzdem wird Österreich noch lange von den perfekt organisierten, sicheren Spielen profitieren. Denn nicht nur die Bilder vom Goldtorschützen Fernando Torres, der im Ernst-Happel-Stadion den „Henri Delaunay Pokal“ in die Kameras hielt, gehen um die Welt, sondern auch die, Dank der jahrelangen Vorbereitung auf dieses größte Sportereignis das je in unserem Land stattgefunden hat, positiven Stimmungsbilder aus Österreich. Am Ende kann man sagen: Die EURO 08 war ein voller Erfolg für unser Land.

Der Goldtorschütze und der Pokal für den Sieger der Fußball-Europameisterschaft 2008, Spanien. (C) GEPA pictures / Pro Shots

1:0 für Österreich: Sicherheit. Es waren sichere Spiele mit positiven Emotionen. Der Dank gilt den 27.000 österreichischen und 1.100 ausländischen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten und Innenminister Günther Platter, die einen hervorragenden Job gemacht haben. 560 Festnahmen und 1.700 Anzeigen sind bei einer dreiwöchigen Großveranstaltung mit über 2.000.000 Fans mehr als zufriedenstellend.

2:0 für Österreich: Tourismus. Der Tourismus wird von den positiven Bildern, die die Menschen weltweit über den Fernsehschirm gesehen haben, stark profitieren. Wir haben bewiesen, dass wir Europameister der Gastfreundschaft sind.

3:0 für Österreich: Internationale Kontakte. Wie professionell die EURO 08 von österreichischer Seite vorbereitet wurde, zeigen die internationalen Gäste, die von unserem Organisations-Knowhow lernen wollten. So betreute ich Delegationen aus Polen und der Ukraine, die Gastgeber der EURO 2012 sein werden, aus Südafrika, wo die WM 2010 stattfinden wird, und Ägypten, wo der nächste „African Cup of Nations“ stattfinden wird.

In der Österreichischen Fußball-Botschaft im Kursalon Hübner wurden die internatinalen Kontakte gepflegt, wie hier mit Franz Beckenbauer. (C) GEPA pictures / Christian Ort

4:0 für Österreich: Stimmung im Land. Die ‚EUROphorie‘ hat tatsächlich um sich gegriffen. Ich bin begeistert von der Stimmung in unserem Land.

5:0 für Österreich: Zusammenarbeit. Bei dieser Großveranstaltung haben alle Partner perfekt miteinander gearbeitet. Ich danke den Verantwortlichen der Host Cities, dem österreichischen Bundesheer, den Kirchen, den Blaulichtorganisationen sowie der Wirtschaftskammer und der Österreich Werbung sehr herzlich für ihre zahlreichen Initiativen.

6:0 für Österreich: Sport und Fußball. Als größte Initiative ist die „Challenge 08″ zu nennen, mit der unsere Fußball-Nationalmannschaft auf die sportlichen Herausforderungen der EURO 08 mit 1,8 Millionen Euro Unterstützung durch die Bundesregierung vorbereitet wurde. Eine mir persönlich ganz wichtige Initiative, die aufgrund des großen Interesses am Fußball während der EURO 08 richtig möglich wurde, ist die „Schülerinnen Postliga Fußball“, die im Schuljahr 2008/2009 starten wird.

7:0 für Österreich: Finanzen. Die Einnahmen und positiven Effekte sind eindeutig höher als die 150 Millionen Euro, die die Bundesregierung für die EURO aufbringen musste. Somit sind auch der Staatshaushalt und der Finanzminister auf der Gewinnerseite.

Endstand: 7:0 für Österreich – Ein Resultat auf das wir gemeinsam stolz sein können.

29. Juni 2008: EURO 08-Blog: Abschiedsgeschenk für Teamchef Josef Hickersberger

Noch ein Spiel und dann ist die Fußball-Europameisterschaft (EURO 08) Geschichte. Am heutigen EURO 08-Finaltag habe ich gemeinsam mit Vizekanzler Finanzminister Wilhelm Molterer Ex-ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger sowie die ÖFB- und Bundesliga-Spitze zu einem Mittagsempfang ins Finanzministerium geladen, um einerseits Dank an den ÖFB für eine gelungene EURO 08 und Lob für Hickersbergers Leistungen zum Ausdruck zu bringen.

Ein Dankeschön von Vizekanzler Wilhelm Molterer an ÖFB, Bundesliga und Teamchef Hickersberger für eine gelungene EURO 08. (C) GEPA pictures / Martina Wohlesser 

Josef Hickersberger hat dieses junge Team in den letzten Jahren erfolgreich geformt. Danke für die guten Leistungen, die viele Österreicherinnen und Österreicher begeistert haben. So eine positive Stimmung vor allem unter den Fans brauchen wir auch weiterhin, auch wenn es diesmal noch nicht für das Viertelfinale gereicht hat. Wichtig ist, dass jetzt der positive Schwung der österreichischen Mannschaft direkt in die Qualifikationsrunde für die WM in Südafrika in zwei Jahren mitgenommen wird.

Hickersberger zum Entfernungsmesser: "Damit sehe ich, wie weit ich noch kommen werde." (C) GEPA pictures / Martina Wohlesser 

Der begeisterte Golfspieler Hickersberger bekam als Dankeschön von Vizekanzler Molterer einen Laser-Entfernungsmesser fürs Golfen, was den 60-jährigen mit schmunzeln zum Kommentar veranlasste: „Sehr gut, jetzt weiß ich noch besser, wo der Gegner steht. Und unseren Spielern kann der auch beim Toreschießen helfen.“ Für Österreich war diese EURO 08 eine einmalige Chance, die wir in einem guten Zusammenspiel von Bundesregierung, ÖFB, UEFA und den vielen Einsatzkräften und Freiwilligen in Österreich hervorragend gemeistert haben. Österreich stand in der Auslage – das haben wir genützt für weltweite Werbung für unser Land. Alleine heute beim Finale sind die Blicke von mehr als 300 Millionen Menschen auf Österreich gerichtet.

26. Juni 2008: EURO 08-Blog: Fußball verbindet Österreich und Südafrika

Es freut mich besonders dass das Motto von „Österreich am Ball“ – „Fußball verbindet“ heute mit Leben erfüllt wurde. Am 11. Juni 2010 ist der Anpfiff der 19. FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Aus diesem Anlass war eine Delegation aus dem mehr als 8000 Kilometer entfernten Südafrika in Österreich unterwegs, um Erfahrungen für die Fußball WM 2010 zu sammeln. Das bisher größte Sportereignis auf afrikanischem Boden hat hohen Symbolwert für ganz Afrika. Es ist eine historische Chance, ganz Afrika der Welt in Erinnerung zu halten und diese WM auch für das neue Selbstverständnis dieses Kontinents zeugt unterstrichen auch FIFA WM 2010 OK-Chef Danny Jordaan und FIFA WM 2010-Koordinatorin der Provinz Western Cape, Dr. Laurine Platzky.

Pressekonferenz anläßlich des Besuches der südafrikanischen WM 2010-Delegation mit: Kapstadts Vizebürgermeister Grant Haskin, FIFA WM 2010 OK-Chef Danny Jordaan, FIFA WM 2010-Koordinatorin der Provinz Western Cape, Dr. Laurine Platzky und Coca-Cola General Manager Frank van der Heijden (C) HBF / Andy Wenzel 

Beim Besuch in Österreich wollte man sich nicht nur über allgemeine Organisationsabläufe und -fragen informieren, sondern vor allem auch über die erfolgreichen Begleitaktivitäten der EURO 2008. Großes Interesse galt daher den Fanzonen, den mobilen Fantrucks, den Begleitveranstaltungen von „2008 – Österreich am Ball“ und den Public Viewings, die die Fußball-Begeisterung im ganzen Land verbreiten. Aber auch dem Projekt „Unite against racism“ das ich seit Beginn der EURO 08 aus voller Überzeugung unterstütze. Das Projekt verhalf uns in den vergangenen drei Wochen ein Fußballfest in Österreich und der Schweiz im Geist der Freundschaft und des Respekts erlebt haben zu dürfen.

Während ihres Besuches anläßlich der WM 2010 in Südafrika tourte die Delegation auch in die Team Base Camps und überzeugte sich selbst beim Besuch verschiedener Public Viewings welche Begeisterung so ein sportlichen Großereignis in sich trägt (C) StS Sport 

Auf meine Einladung hin tourte die Delegation auch zu den Team Base Camps in Bad Waltersdorf, Bad Tatzmannsdorf und Stegersbach. Von den Ausführungen der dortigen Manager war die 15-köpfige Delegation so beeindruckt dass man die österreichischen Hoteldirektoren für August sogar nach Südafrika einlud um vor Ort Hotelmanager zu coachen. Ich freue mich dass Österreich schon jetzt bei den WM-Vorbereitungen durch Bau-Firmen vertreten ist. Mit dem Export von Motivations-Knowhow der EURO sind wir auch bei der WM 2010 „am Ball“. Alle Terminpläne für die Bauprojekte wurden bisher eingehalten wie uns FIFA WM 2010-Koordinatorin der Provinz Western Cape, Dr. Laurine Platzky auch bestätigte.

www.fussballverbindet.at

25. Juni 2008: EURO 08-Blog: Frauen im Sport

Diese Woche ging die Kick off Veranstaltung der BSO Kommission „Frauen im Sport“ zum Thema „Standpunkte – Karrieren – Perspektiven“ über die Bühne. Trotz tropischer Temperaturen fanden sich rund 130 interessierte Frauen und Männer im Haus der Lotterien ein um aus den 4 Gesprächsrunden Informationen und Perspektiven von Frauen im Sport“ mitnehmen zu können. Da mir die Förderung von Mädchen und Frauen im Sport ein persönliches Anliegen ist, unterstütze ich viele Initiativen die zu mehr weiblicher Beteiligung in den Sportarten führen.

Bei der Kick off Veranstaltung der BSO Kommission "Frauen im Sport" wurde in 4 Gesprächsrunden zum Thema "Standpunkte - Karrieren - Perspektiven" die Stellung der Frauen im Sport erörtert (C) HBF / Andy Wenzel 

In der ersten Gesprächsrunde ging es um den Frauenfußball. Erst vor kurzem konnte ich den Start der „Schülerinnen Postliga Fußball“ verkünden. Im österreichischen Frauenfußball gibt es schon viele Vorbilder für junge Mädchen, man muss nicht mehr auf die Männer schauen. Im Fußball sind auch viele Trainerinnen beschäftigt. Laut UEFA Richtlinien dürfen auf internationalem Niveau Männerspiele nur von Männern und Damenspiele nur von Damen gepfiffen werden – das finde ich Schade! Frauenfußball wird in Österreich zu wenig ernstgenommen, dabei sind die Frauen in der Europarangliste auf Platz 25 und die Männer auf Platz 43. In der zweiten Gesprächsrunde ging es vorallem um Eiskunstlauf. Dort ist Gleichstellung kein Thema, da es hier sehr viele Frauen gibt (Trainerinnen, Kampfrichterinnen, Sportlerinnen). Allerdings ist der Sport vorallem für die Eltern oft eine große finanzielle Belastung, da es weniger Unterstützung als etwa im Männer-Skisport gibt.

Bei der Frauensportförderung die weiblichen Athleten einen wesentlichen Platz einnehmen: Top Sport: 59 % Männer 41 % Frauen, Sporthilfe: über ein Drittel Frauen, die gefördet werden (C) HBF / Andy Wenzel 

In der letzen Gesprächsrunde ging es um die Zeit nach der sportlichen Karriere für Frauen. Sportlerinenn müssen sich schon während ihrer aktiven Zeit um die Karriere danach Gedanken machen. Dafür gibt es auch das Projekt „Karriere danach“. Ich konnte zum Abschluss darauf verweisen, dass bei der Frauensportförderung die weiblichen Athleten einen wesentlichen Platz einnehmen: Top Sport: 59 % Männer 41 % Frauen, Sporthilfe: über ein Drittel Frauen, die gefördet werden. Wir sind am Beginn aber noch lange nicht am Ziel! Die Verbände müssen die besondere Bundesportförderung auch nach Gender auflisten. Außerdem ist die Schule der Schlüssel für mehr Bewegung und Sport. Finanzielle Mittel sollen vermehrt in Richtung Schule gelenkt werden. Die Vereinbarkeit von Schule und Sport muss gefördert werden.

24. Juni 2008: EURO 08-Blog: Hickersberger – ein Denker und Stratege mit Blick für die Zukunft

Wie viele habe ich Josef Hickersberger sehr für seine ruhige und unaufgeregte Art geschätzt. Er war ein Denker und Stratege unter den Fußballtrainern Österreichs und eine Vaterfigur für viele Spieler. Besonders wichtig war, aus meiner Sicht, die Förderung der jungen Spieler. Hickersberger hat den richtigen Weg beschritten, in dem er auf unseren Nachwuchs gesetzt hat.

Mit der Förderung der Nachwuchsspieler hat Josef Hickersberger den richtigen Weg beschritten (C) StS Sport 

Unsere Nationalmannschaft hat bei der EURO gezeigt, dass sie ein ernsthafter Gegner für die besten Mannschaften Europas sein kann. Die Aufbruchstimmung ist da, die Chance, uns für die WM 2010 zu qualifizieren. Da bin ich optimistisch. Auch die Reaktionen der Spieler, auf die Nachricht nach Hickersbergers Rücktritt, zeigen welchen Respekt und Anerkennung diese dem Teamchef zollten. Ich wünsche Josef Hickersberger persönlich weiterhin alles Gute!

23. Juni 2008: EURO 08-Blog: Unite Against Racism bei den Semifinali in Basel und Wien

Höhepunkt der Kampagne von FARE – Football Against Racism in Europe, die unter dem Titel „Unite Against Racism“ steht, sind die Halbfinalspiele in Basel und Wien. Gemeinsam mit dem zuständigen Projektmanager der UEFA Patrick Gasser und Michael Fanizadeh vom FARE Koordinationsbüro FairPlay-vidc betonten wir die Verantwortung gegenüber Diskriminierung und Rassismus. Rassismus & Gewalt, Doping und Wettbetrug sind drei ganze große Gefahren für den Sport, daher unterstützt die Bundesregierung diese Initiative aus voller Überzeugung.

Pressekonferenz zur FARE - "Football Against Racism in Europe" - Kampagne gemeinsam mit UEFA-Projektmanager Patrick Gasser und Michael Fanizadeh vom FARE Koordinationsbüro FairPlay-vidc (C) HBF / Andy Wenzel 

Im Rahmen unseres Projekts, das wir gemeinsam mit dem VIDC (Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit) durchführen, bin ich auf reges Interesse gestoßen, das beweist, es ist gelungen Aufmerksamkeit zu erlangen. Für die Zukunft muss diese Arbeit gegen Rassismus gerade in Wien, wo es viele Migrantinnen und Migranten und auch Fußballfans mit migrantischem Hintergrund gibt, weitergehen. Gemeinsam mit der Bundesliga und dem VIDC wollen wir deshalb die Leistungen für die Fanarbeit über die EURO hinaus nachhaltig für die Bundesliga nutzen.

Diese Arbeit gegen Rassismus ist gerade in Wien wichtig, da es viele Migrantinnen und Migranten und auch Fußballfans mit migrantischem Hintergrund gibt (C) HBF / Andy Wenzel 

Die Halbfinalspiele sind dem Thema Unite Against Racism gewidmet. Bevor die Spiele angepfiffen werden, werden alle Zuseherinnen und Zuseher in eine Choreographie gegen Diskriminierung eingebunden. Die vier Spielführer Michael Ballack, Iker Casillas, Sergei Semak und der türkische Kapitän, der auf Grund der Verletzung von Nihar nicht feststeht, werden im Namen ihrer Mannschaften nach den Nationalhymnen Statements gegen Rassismus in ihrer Muttersprache abgeben. Damit übernehmen die Spieler eine Vorbildfunktion, die unübersehbar für die Fußball-Fans in den beiden Stadien und vor den Fernsehschirmen sein wird.

Die Wiener Initiative FairPlay-vidc koordiniert die FARE Kampagne bei der UEFA EURO 2008™ in Zusammenarbeit mit der UEFA, unterstützt durch die internationale Spielervereinigung FIFPro. In Österreich wird die Initiative vom Sportstaatssekretariat und dem Österreichischen Fußballbund (ÖFB) gefördert.

www.FairPlay.or.at

www.FareNet.org

22. Juni 2008: EURO 08-Blog: "EURO-Teamplay der Kirchen"

Die Kirchen sind bei der EURO 2008 am Ball. Sportbischof Franz Lackner und der Bischof der Evangelischen Kirche Michael Bünker besuchten gestern mit Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka das Viertelfinale Italien – Spanien im Wiener Ernst Happel-Stadion. Beide Bischöfe waren beeindruckt von der Kulisse im Stadion. Mehr als 50.000 Fans hatten bis ins Elfmeterschießen mitgefiebert.

Teamplay zwischen katholischer und evangelischer Kirche zur spirituellen Begleitung der EURO 2008 - Weihbischof Franz Lackner und der Bischof der Evangelischen Kirche Michael Bünker beim Viertelfinalkrimi Spanien – Italien (C) StS Sport  

Weihbischof Lackner hielt die Daumen für die „Squadra Azzurra„, „weil niemand so mitfiebert und mitleidet wie die Italiener“. Bischof Bünker hingegen hat ein Faible für die „Underdogs“ und war vom Sieg der Spanier nicht überrascht. Für Bünker war es eine Premiere in einem Fußballstadion, die im Elfmeterkrimi zu Gunsten von Villa & Co. entschieden wurde. Was die persönlichen Eindrücke betrifft, stimmten Lackner und Bünker überein: „Es war ein tolles Spiel vor einer beeindruckenden Kulisse“. Das Teamplay zwischen der katholischen und evangelischen Kirche unter dem Motto ‚Kirche 08 – am Ball seit 2008 Jahren‘ ist ein wichtiger Beitrag zu diesem Fest des Friedens und der Verständigung. Am Vorabend des EURO-Finales gibt es noch ein kirchliches Finale mit dem Abschlussgottesdienst von Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Stephansdom.

Im Rahmen der SMS-Aktion für Fußballfans während der „Euro 08“ schickte Weihbischof Lackner ein Wort des deutschen Pastors und Schriftstellers Fabian Vogt auf die Handys: „Als ich entdeckte, dass Gott in beiden Fankurven sitzt, wurde ich gelassener“. Seit Beginn der „Euro 08“ sendet der Sportbischof täglich Interessierten einen Impuls aus Bibelzitaten, Äußerungen von Päpsten, Philosophen, aber auch von Spielern und Trainern, auf das Handy. Die österreichischen Fans tröstete er etwa am Tag nach dem Ausscheiden des Nationalteams gegen Deutschland mit einem Satz des Tiefenpsychologen Viktor Frankl: „Es ist nicht schlimm, ein Ziel nicht zu erreichen, viel schlimmer ist es, kein Ziel zu haben“. Mit der kostenfreien SMS-Aktion, die noch bis zum Finale der Europameisterschaft am 29. Juni läuft, will die Kirche zum Nachdenken über das Thema „Glaube und Sport“ anregen.

Die Anmeldung für die gratis SMS-Aktion erfolgt online auf www.kirche08.at

21. Juni 2008: EURO 08-Blog: EURO 2012 wird ein großer Impuls für Polen sein

Die größte polnische Tageszeitung „Dziennik“ war für ein Interview bei mir zu Gast. Die Journalisten aus unserem Gruppengegner-Land interessierten sich für die Vorbereitungsarbeiten der Bundesregierung auf die Fußball-Europameisterschaft (EURO) und ob ich glaube, dass Polen von Österreich für die Heim-EM 2012 etwas lernen kann.

Ich konnte versichern, dass ich mit meinen polnischen Amtskollegen in ganz engen Kontakt bin und auch im Herbst nach Polen reisen werde, um über die Evaluierung der EURO zu berichten und Tipps zu geben, was ich rückblickend anders machen würde. Die von den Journalisten geäußerte Sorge, dass die Infrastruktur nicht rechtzeitig fertig wird, konnte ich entkräften. Auch der Bau der Wörthersee-Arena war im Vorfeld mit Problemen behaftet und dann entstand in kurzer Zeit eines der schönsten Stadien dieser EURO. Die EURO 2012 wird ein großer Impuls für Polen sein. Die EURO geht, aber die neuen Stadien und Straßen bleiben.

Da ich polnische Wurzeln habe, freute ich mich auch besonders über den Besuch des EURO-Pfarrers Christoph Pelczar der, als gebürtiger Pole mit Pfarre in Österreich, sowohl die österreichische als auch die polnische Mannschaft während der EURO seelsorgerisch betreute. Er erzählte mir, dass der Großteil der Spieler seine Dienste in Anspruch nahmen, um vor und nach dem Spiel gemeinsam zu beten oder einfach auch ein Gespräch zu führen. Bei seinen Messen in Stegersbach und Bad Waltersdorf fehlte fast kein Nationalspieler. Als ganz besonderes Geschenk überreichte er mir einen goldenen Bierkrug mit eingravierten Namen und Gebet. Diesen Krug haben sonst nur die polnischen Nationalspieler bekommen. EURO-Pfarrer Pelczar macht für mich aber eine Ausnahme, da er mich als großen Freund des Sports kennengelernt hat, worüber ich mich sehr gefreut habe.

20. Juni 2008: EURO 08-Blog: Rekordbesuch bei heutigem Viertelfinale erwartet

Mindestens 200.000 Fußballbegeisterte werden heute das erste Viertelfinale in Wien – Türkei gegen Kroatien – sehen. Schon zum ersten Viertelfinale Deutschland gegen Portugal am Donnerstag in Basel verzeichnete das Areal in der Wiener Innenstadt mit über 54.000 Besucherinnen und Besuchern einen neuen Rekord für Nicht-Wien-Spieltage.

Pünktlich zum morgigen Sommerbeginn setzt sich für die Finalwoche endlich auch das Wetterglück durch. Das notwendige Spielglück hatten gestern die Deutschen, die zwar nicht besser, aber in der Chancenauswertung effektiver als die Portugiesen agiert haben. Damit ist mein Nummer 1 Favorit auf den Europameistertitel im Halbfinale, wo Deutschland auf den Sieger des heutigen Schlagerspiels wartet.

Reinhold Lopatka und Manfred Zsak in der Fanzone (C) GEPA pictures / Markus Oberländer 

Mitverfolgt habe ich das Match gestern in der „Botschaft“ des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) im Wiener Kursalon Hübner, der Fußball-Botschaft im Zentrum der EURO 08. Unter den rund 300 Gästen in der Österreichischen Fußball-Botschaft waren die Portugal-Fans in deutlicher Überzahl. Nach dem 3 zu 1 durch Ballack war die tolle Stimmung etwas getrübt. Neben der Live-Übertragung bot der ÖFB seinen Gästen auch ein anspruchsvolles Entertainment nach dem Motto „Fußball verbindet Sport und Kultur“ – mit der Jazz-Saxofonistin Maria Jeitler alias Mary J. und dem Auftritt von Maria Bill, die mit ihrem Best of aus der Konzertshow ‚Das Leben der Edith Piaf‘ die bekanntesten Chansons des großen kleinen Mädchens aus den Pariser Slums wieder aufleben ließ.

Im Kursalon Hübner, der ÖFB-Botschaft, mit dem Generalsekretär des Österreichischen Raiffeisenverbandes Ferdinand Maier und ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig (C) GEPA pictures / Markus Oberländer

19. Juni 2008: EURO 08-Blog: Behinderte Fans nach ersten Stadionbesuchen begeistert

Die Österreichische Bundesregierung hat alles unternommen, um die Fußball-Europameisterschaft zu einem Fußballfest für alle zu machen. Die EURO 2008 setzt dabei neue Maßstäbe beim barrierefreien Zugang der vier EM-Stadien in Wien, Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg. Gemessen an Stadienplätzen haben wir bei der EURO sogar mehr Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze als bei WM in Deutschland. Und die Rückmeldungen sind durchgängig positiv.

Bei der gemeinsamen Begutachtung der Barrierefreiheit mit Behindertenvertreter Alexander Ceh im Ernst-Happel-Stadion (C) HBF / Andy Wenzel 

Schon bei der WM 2006 in Deutschland wurde Barrierefreiheit groß geschrieben. Pro Spiel gab es im Schnitt 70 Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze, in Österreich sind es pro Spiel im Schnitt über 80. Damit übererfüllen wir sogar die hohen Standards der UEFA-Empfehlungen für Barrierefreiheit von zwei Behindertenplätzen pro 1000 Zuschauer in den Stadien und in den Fanzonen. Selbst im Wiener Ernst Happel-Stadion, dessen Bausubstanz noch aus dem Jahr 1931 stammt, ist es durch die Nachrüstung mit temporären Bauten gelungen, optimale Zuschauerbedingungen für Rollstuhlfahrer zu schaffen und 100 Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze auf einer eigene Zusatztribüne auf Höhe der Mittellinie zur Verfügung zu stellen. Bei den „jüngsten“ EM-Stadien in Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck wurde bereits bei der Planung auf Qualität und Komfort für die Benützung durch Rollstuhlfahrer geachtet. Die Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze sind auf Höhe der ersten Reihe rund um das Spielfeld situiert und barrierefrei von Außen erreichbar. Damit werden optimale Sichtbedingungen insbesondere für Rollstuhlfahrer erzielt, die sich auf dieser Ebene frei bewegen und die erforderliche Infrastruktur (Behinderten-Lifte, Kioske und WC’s) anfahren können.

Barrierefreiheit garantiert Fußballgenuss in allen Stadien wie in Innsbruck beim Spiel Russland - Schweden mit Prinz Carl Philip von Schweden, UEFA-Generalsekretär David Taylor und ÖOC-Präsident Leo Wallner (C) GEPA pictures / Oskar Höher 

Auch das Resümee von blinden und sehbehinderten Fans sowie Rollstuhlfahrern fällt nach den ersten EM-Spielen in Österreich dementsprechend positiv aus. Miterleben konnten Betroffene die Spiele über ein spezielles Moderationssystem per Kopfhörer. Die Kommentatoren schildern Detailreich das Spiel, gleichzeitig kann man die Stadionatmosphäre und die Schlachtgesänge live miterleben. So schön kann Fußball sein und zu einem Fest für alle werden. Vor den heute beginnenden vier Viertelfinalpartien werden übrigens Behindertensportler unter dem Motto „Fußball for all“ das Vorprogramm in den Stadien bereichern. In Wien treten am Freitag zwei österreichische Mannschaften mental Behinderter und am Sonntag Irland und die Niederlande an, wobei Spieler mit zerebraler Lähmung spielen werden. Die gehandicapten Fußballer werden ihre besonderen Fähigkeiten vor zehntausenden Fans demonstrieren. Das Projekt wird von „Plusport“, der Dachorganisation des Schweizer Behindertensports, und dem Österreichischen Behindertensport-Verband (ÖBSV) in Zusammenarbeit durchgeführt und von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) finanziert.