30. Oktober 2008: Ein Tag im Leben eines Doppel-Olympiasiegers

Felix Gottwald ist mit sechs Olympia- und acht WM-Medaillen der Inbegriff für den Erfolg eines „sauberen“ Sports. In Turin hat er einmal gemeint, „Ich brauche keine Zusatzernährung, wenn ich mit Honigbrot und Johannisbeersaft nicht mehr auskomme, lass’ ich es bleiben.“ Gestern hat er seine Autobiographie „Ein Tag in meinem Leben – der 21. Februar 2006!“ präsentiert.

Bei der Präsentation im Lokal "Wolke 21" in Wien waren Hubert Neuper, Toni Innauer, Ernst Vettori, Andreas Goldberger, Franz Klammer, Fritz Strobl, Andreas Schifferer, Alois Stadlober und Brigitte Obermoser zu Gast (C) GEPA pictures / Hans Oberländer 

Es war der Höhepunkt seiner durchaus erfolgreichen Sportkarriere und machte ihn zu einem der erfolgreichsten Olympiateilnehmer Österreichs. Bei seinem allerletzten Rennen bei Winterspielen holte Felix Gottwald im Sprint-Einzelbewerb der nordischen Kombination bei Olympia 2006 in Turin seine erste Einzel-Goldmedaille. Rund um diesen Tag erzählt er seine Geschichte, seinen Zugang zum Leben, eigene, untypische Wege. Im Moment leben, Eigenverantwortung übernehmen, Sich-Selbst-Vertrauen und sich ein Leben lang in den Spiegel schauen können, sind nur einige Ansätze, die Felix Gottwald lebt. Wer also Trainingsanleitungen sucht, für den ist das Buch sicher nicht geeignet. Gottwalds Lebensgeschichte und sein Weg zum Olympiasieger folgen dem Motto: „Der Weg ist oft wichtiger als das Ziel.“ So schrieb er das Buch ohne Hilfe selbst und bringt es im Eigenverlag auf den Markt. Typisch Felix Gottwald!

www.felixgottwald.at

29. Oktober 2008: Beamtengehaltsverhandlungen im Zeichen der Finanzmarktkrise

Als Sportstaatssekretär bin ich derzeit mit den Regierungsverhandlungen zum Thema Sport betraut, gleichzeitig bin auch Vertreter des Finanzministers bei den Beamtengehaltsverhandlungen mit der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) und Staatssekretär Andreas Schieder. Der heutige Kassasturz im Rahmen der „Österreich-Gespräche“ anläßlich der Koalitionsverhandlungen hat die wenig rosigen Konjunkturaussichten und die bugetären Aussichten vorgezeichnet.

Natürlich schlägt die internationale Finanzmarktkrise auch in Österreich voll auf die Realwirtschaft durch, mit allen negativen Folgen für den öffentlichen Haushalt. Wir müssen aber die Leistungen der knapp 350.000 öffentlich Bediensteten honorieren, dürfen aber gleichzeitig angesichts der schwierigen Situation durch die Finanzmarktkrise die Augen vor den Grenzen der Budgetmöglichkeiten nicht verschließen. In der 1. Verhandlungsrunde am Montag stand die Präsentation der aktuellen Wirtschaftszahlen durch Wirtschaftsforscher Mag. Alois Guger (WIFO) im Mittelpunkt. Alle Prognosen haben große Unsicherheiten und mussten durch den konjunkturellen Einbruch bereits mehrfach reduziert werden. Wir haben eine der besten öffentlichen Verwaltungen der Welt. Das muss und wird auch honoriert werden. Entscheidend ist aber das Augenmaß angesichts der budgetären Möglichkeiten. Die nächste Beamtengehaltsverhandlungsrunde findet am 5. November 2008 statt.

28. Oktober 2008: "Olympia"-Vortrag beim Panathlon-Club-International

Gestern folgte ich einer Einladung des Panathlon-Club-International Graz zum Thema „Olympia 2008“. „One world, one dream“ – lautete das olympische Motto. Aber wurde dieser Traum mit Leben erfüllt? Für den österreichischen Sport heisst nach den Spielen immer vor den Spielen. Daher diskutierte ich mit den Vertretern der steirischen Landessportorganisation, der Landesdach- und –Fachverbände über meine Vorstellung der künftigen Ziele der Spitzensportförderung, wie wir sie derzeit in den Regierungsverhandlungen diskutieren.

Für die Pekinger Regierung war der „Traum“ jedenfalls ein voller Erfolg. Athleten, Sportfunktionäre, Politiker und Zuschauer waren begeistert. Sie lobten die Stadien, die perfekte Organisation und die Freundlichkeit der chinesischen Gastgeber. Punkto Menschenrechte, Pressefreiheit und Demokratisierung hat die kommunistische Parteiführung sicher keine Medaille gewonnen. Die Schlagzeilen wurden dominiert von der chinesischen Pressezensur, den blutigen Aufständen in Tibet, dem Fackellauf und Dopingdebatten. Ohne Olympia hätte es diese Möglichkeit aber gar nicht gegeben. Daher halte ich es für richtig, dass die Sommerspiele an China vergeben wurden. 25.000 Journalisten aus aller Herren Länder berichteten aus China, 4,4 Milliarden Menschen haben die Berichterstattung vor dem Fernseher verfolgt, China investierte 40 Milliarden US-Dollar in die Vorbereitung und den Bau neuer Wettkampfstätten. Der Sport wurde zum Vehikel zur Internationalisierung des chinesischen Sports und damit immer auch zur Internationalisierung der chinesischen Gesellschaft. Die Olympische Idee wurde in den Schulen bekannt gemacht, 400 Millionen Schüler und Jugendliche lernten über Werte wie Menschenrechte, Offenheit und Toleranz. Es sind neue Wettkampfstätten entstanden, die in die Universitäten eingegliedert wurden und nun von Studenten genutzt werden. Und die „Tägliche Stunde Bewegung und Sport“ wird in Chinas Schulen und Universitäten umgesetzt.

Für „Audili“ war die Bilanz mit drei Olympiamedaillen durchschnittlich. Es ist unbefriedigend, dass Österreich nur in 14 der 28 olympischen Sportarten vertreten war und in Mannschaftsportarten überhaupt nicht mehr, obwohl sich die Spitzensportförderung des Bundes im gleichen Zeitraum fast verdoppelt hat. Es gibt daher eine Evaluierung und Optimierung im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele in London 2012 – so genannte „Perspektivengespräche“ – mit dem Ziel der dringend notwendige Weiterentwicklung in Richtung Professionalisierung des Spitzensports. Es gilt, Parallelstrukturen aufzulösen, das Berufsbild Trainer und ein Berufssportgesetz umzusetzen sowie Sport und Wissenschaft enger miteinander zu vernetzen. Die zweite zentrale Frage für die Zukunft eines erfolgreichen österreichischen Sports ist, wie begeistern wir unsere Kinder für Bewegung und Sport! Nur aus einer breiten Basis können dann die Ausnahmeathleten/innen herauswachsen, die für Österreich Medaillen gewinnen! Diese Entwicklungspunkte für Österreichs Spitzensport vertrete ich auch vehement bei den Regierungsverhandlungen.

27. Oktober 2008: Österreichs Anti-Doping-Gesetz hat "Biss"

Der Länder-Vergleich mit Deutschland, Italien oder Frankreich zeigt, dass Österreich mit der Verschärfung der Strafbestimmungen und Ausweitung auf Blut- sowie Gendoping über ein modernes Anti-Doping-Gesetz verfügt. Die Rechtslage in Österreich, die den Besitz und das Verabreichen von unerlaubten Dopingmitteln strafbar macht, Blut- und Gendoping erfasst, Sportler allerdings nicht strafrechtlich, sondern sportrechtlich zur Verantwortung zieht, entspricht den Regelungen beinahe aller EU-Staaten.

 Österreich hält mit seinen Anti-Doping-Regelungen und einem Strafrahmen von bis zu 5 Jahren und sehr hohen Geldstrafen jedem internationalem Vergleich stand (C) HBF / Andy Wenzel

Ich kann mir daher auch nicht erklären, wie man in Medienberichten zur Behauptung eines angeblich „zahnlosen“ österreichischen Anti-Doping-Gesetzes kommt. Auch die Feststellung, dass nur Deutschland, Italien oder Frankreich saftige Haftstrafen verordnen, Österreich sich mit unzähligen Novellen des Anti-Doping-Gesetzes begnüge, ist schlichtweg falsch. In Österreich ist bei Doping eine Geldstrafe bis zu 180.000 Euro möglich, damit liegen wir höher als die im Artikel genannten Staaten. Im Vier-Ländervergleich kennt nur Italien eine Strafbarkeit des Sportlers. In Frankreich kann der Sportler zwar nicht wegen der Einnahme, aber aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Dopingkontrollen bestraft werden. Im Gegensatz zu Italien und Frankreich ist in Österreich bereits der Besitz von Dopingmitteln „zum Zweck des Dopings im Sport“ strafbar.

Und gerade was Blut- wie Gendoping betrifft geht Österreich einen Schritt weiter und hat diese Methoden explizit im Anti-Doping-Gesetz erfasst. Zudem möchte ich festhalten, dass nach dem Anti-Doping-Bundesgesetz und entgegen der in Medien dargestellten Behauptung, auch die Durchführung von Bluttests möglich ist. Die Darstellung, Österreich sei ein „Dopingparadies“, wird also auch durch mehrmalige Wiederholung nicht wahrer und schadet zudem dem Ansehen unseres Landes und dem heimischen Sport. Wahr ist vielmehr, dass Österreich mit seinen Anti-Doping-Regelungen und einem Strafrahmen von bis zu 5 Jahren und sehr hohen Geldstrafen jedem internationalem Vergleich standhält. Es ist jedoch zweifelsohne notwendig, dass diese gesetzliche Möglichkeiten im Kampf gegen Doping ausgeschöpft werden.

23. Oktober 2008: Österreichs Sportler des Jahres 2008

Thomas Morgenstern und Mirna Jukic sind die „Sportler des Jahres 2008“. Die Prominenz der österreichischen Sportwelt hat sich gestern wieder gemeinsam mit bekannten Gesichtern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Eventpyramide Vösendorf zur Ehrung der Sportler des Jahres 2008 zusammen gefunden. Rund 1.500 Gäste gratulierten auch den weiteren Gewinnern Thomas Geierspichler, Andrea Scherney, Christian Kornhauser und Matthias Lanzinger.

 Vor der Preisverleihung: Mit Schwimmstar Markus Rogan, Christine Reiler und OSV-Präsident Paul Schauer (C) GEPA pictures / Walter Luger

Thomas Morgenstern setzte sich bei der Wahl der Sportjournalisten vor Ludwig Paischer und Gregor Schlierenzauer durch. Die großartigen Erfolge in der vergangenen Saison, der Gewinn des Gesamtweltcups mit zehn Siegen, davon sechs Erfolge en suite zu Beginn der Saison, und Teamgold bei der Skiflug-Weltmeisterschaft überzeugten. Aus den Händen des Vorjahreszweiten Mario Matt nahm Mirna Jukic die Trophäe entgegen. Die Bronzemedaillen-Gewinnerin von Peking wurde zum zweiten Mal nach 2002 zu Österreichs Sportlerin des Jahres gekürt. Die Wiener Schwimmerin setzte sich gegen Kanutin Violetta Oblinger-Peters und Radfahrerin Christiane Soeder durch.

Die Sieger 2008: Sportlerin des Jahres, Mirna Jukic, und der Sportler des Jahres Thomas Morgenstern (C) GEPA pictures / Josef Bollwein  

Eine klare Angelegenheit war die Wahl zur Mannschaft des Jahres. Das goldene Team der Skiflug-Weltmeisterschaft Martin Koch, Andreas Kofler, Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer wurde auf Rang eins gewählt. Platz zwei geht an die Tischtennis-Asse des SVS Niederösterreich vor dem Beachvolleyball-Duo Doris und Steffi Schwaiger. Die Sportler des Jahres mit Behinderung sind die Leichtathleten Titelverteidigerin Andrea Scherney und der Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler. Die Wertung bei Special Olympics gewann Christian Kornhauser, als Aufsteiger des Jahres wurde Umit Korkmaz ausgezeichnet. Der 23jährige Wiener dribbelte sich im Österreichischen Nationalteam und dem SK Rapid Wien in die Herzen der österreichischen Fußballfans.

Fotos von der LOTTERIEN-GALA „Nacht des Sports 2008“

http://www.gepa-pictures.com/download/sporthilfe/

22. Oktober 2008: Der Ski-Kaiser neue Kleider

Das österreichische Alpin-Team hat mit einer schwungvollen Einkleidung fünf Tage vor Beginn der alpinen Ski-Renn-Saison bereits inoffiziell in Wien den WM-Winter eröffnet. Anlass für die Modeschau war die Präsentation des ÖSV-Outfits. Unter dem geschulten Auge von Thomas Schäfer-Elmayer haben sich die Michael Walchhofer, Thomas Morgenstern, Nicole Hosp und Co. dann auch noch als Tänzer versucht.

Mit ÖSV-Pressesprecher Joe Schmid und ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner bei der Präsentation der Mode des Austria Ski Teams für die Saison 2008/09 (C) GEPA pictures / Mario Kneisl 

Die echte Einkleidung, also das Ausfassen der gesamten Bekleidung, fand dann am Dienstag in Innsbruck statt. Mehr als 400 Athleten, Trainer, Funktionäre, Ärzte oder Manager aus allen ÖSV-Lagern von Ski alpin über Skispringen, Langlauf und Biathlon bis hin zu Snowboard und Freestyle werden haben ihr neues G’wandl für Training, Wettkampf und Freizeit ausgehändigt bekommen. Nicht dabei war Alpin-Pechvogel Marlies Schild, die Ausrüstung der Salzburgerin nahm stellvertretend Carina Stecher-Raich, die Schwester von Schilds Freund Benjamin Raich, in Empfang.

Fünf Tage vor Beginn der alpinen Ski-Renn-Saison wurde der WM-Winter mit der Präsentation der diesjährigen ÖSV-Outfits in Wien bereits inoffiziell eröffnet (C) GEPA pictures / Günter R. Artinger  

Ab Freitag beginnt auf dem Rettenbachferner in Sölden der Weltcupauftakt für die Skisaison mit der Starnummernauslosung für den Damen-Riesentorlauf und der Weltcup-Party. Am Samstag kämpfen die Damen, am Sonntag die Herren um erste Weltcuppunkte im Riesentorlauf. Die Strecke im Ötztal ist rennfertig präpariert und auch gegen einen Warmwettereinbruch, wegen Warmwetter und Regen mussten vor zwei Jahren die Rennen in Sölden abgesagt werden, gerüstet. Auch bei den Sicherheitsstandards wollen Österreichs alpine Ski-Weltcup-Veranstaltungsorte weiterhin als Maßstab fungieren. Seit dem Matthias-Lanzinger-Drama und den Transportpannen in Norwegen achtet der internationale Skiverband FIS verstärkt darauf, dass die jeweiligen Organisationskomitees die gestellten Anforderungen genau erfüllen. Die Sicherheitsvorkehrungen in Sölden sind perfekt, ein Rettungshelikopter so wie zahlreiche Rettungsautos stehen im Zielareal direkt neben der Rennstrecke.

21. Oktober 2008: Dopinghandel wie Drogenhandel verfolgen

Die aktuellen Doping-Entwicklungen auch in Österreich machen ein entschiedeneres Vorgehen seitens der Justiz, der NADA Austria (Nationale Anti-Doping Agentur) und der Sportverbände notwendig. Will der Sport eine Zukunft haben, müssen wir den Handel mit verbotenen Dopingsubstanzen genauso verfolgen wie den illegalen Drogenhandel. Hier ist vor allem die Justiz gefordert, bei Dopingfällen rasch zu Ergebnissen zu kommen. Darüber hinaus ist die internationale Zusammenarbeit ein Schlüssel zum Erfolg im Anti-Doping-Kampf.

Anti-Doping-Kampf: Dopinghandel wie Drogenhandel verfolgen! (C) GEPA pictures / Panoramic 

Vor allem das Umfeld des gedopten Sportlers ist zu verfolgen und die „Hintermänner“ auszuforschen. Seitens der Exekutive braucht es professionelle Dopingjäger. Doping ist kein Kavaliersdelikt, hier darf nicht verharmlost werden. Denn nicht nur die Zukunft des Sports, sondern die Gesundheit unserer sportlich aktiven Kinder und Jugendlichen steht auf dem Spiel. Sportler, Betreuer, Sportverbände, Ärzte, Sponsoren, Veranstalter, Medien und die Politik sind gefordert, diesen Kampf im Interesse der Zukunft des Sports gemeinsam mit aller Entschiedenheit zu führen.

So sieht das Anti-Doping-Aktionsprogramm aus:

  • Der Handel mit verbotenen Dopingsubstanzen in der gesamten EU muss wie im „Weißbuch Sport“ der EU-Kommission genauso verfolgt werden wie der illegale Handel mit Drogen.
  • Bundesländer müssen Geld für Anti-Doping-Maßnahmen erhöhen, zumal der Bund 80 Prozent der auf 1,2 Millionen Euro verdoppelten finanziellen Anti-Doping-Mittel zahlt.
  • Harmonisierung internationaler Anti-Doping-Maßnahmen und -Gesetze und mehr Zusammenarbeit der Justiz-, Zoll- und Polizeibehörden beim Kampf gegen unlauteren Handel mit Dopingsubstanzen.
  • Sportverbände müssen mit eigenen Anti-Doping-Projekten aktiv werden. Seit 2007 haben sie die Möglichkeit, eigene Mittel für Dopingprävention zu lukrieren. Nur 3 der 59 Fachverbände haben Projekte eingereicht.
  • Ein Anti-Doping-Pass soll ein neues Bewusstsein bei Schülern und Jugendlichen schaffen.

Lopatka: "Den Kampf gegen Doping gewinnen wir nur gemeinsam oder gar nicht." (C) HBF / Studeny  

Die Bundesregierung hat mit den Verschärfungen im neuen Anti-Doping-Gesetz und der Schaffung der unabhängigen NADA Austria den Boden für einen effizienten Anti-Doping-Kampf gelegt. Dieser drückt sich durch mehr Geld, mehr Aufklärung, mehr Kontrollen und bessere strafrechtlichen Möglichkeiten und eine erstmalige Trennung bei der Zuständigkeit bei Doping-Vergehen von den Sportverbänden hin zur nationalen Anti-Doping-Agentur aus. Zusätzliche finanzielle Mittel, internationale Zusammenarbeit, professionelle „Dopingjäger“ im Bundeskriminalamt, verstärkte Initiativen der Fachverbände und Präventionsmaßnahmen an Schulen sind ein weiterer wichtiger Schritt.

20. Oktober 2008: Fußball: EURO 2008 war ein großer Erfolg

Die EURO 2008 war in jeder Hinsicht ein Erfolg: Österreich hat sich der Welt als hervorragender Gastgeber präsentiert. Bei der Präsentation des Endberichts der EURO-Koordination der Bundesregierung konnten wir noch einmal die Daten, Fakten und positiven Aspekte vor Augen führen: Insgesamt haben 620.000 Fans die Spiele in Österreich besucht, in den Host Cities und den Public-Viewing-Zonen waren es sogar drei Millionen. Man kann davon ausgehen, dass jedes Spiel weltweit von etwa 150 Millionen Menschen gesehen wurde. Diese Zahlen zeugen von der Werbewirksamkeit und den Auswirkungen auf den Bekanntheitsgrad Österreichs.

Mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Heinz Palme, Koordinator der Bundesregierung UEFA EURO 2008, Andreas Schaer, Gesamtprojektkoordinator der Schweizer öffentlichen Hand, Alfred Ludwig, Generalsekretär des ÖFB und Christian Schmölzer, Turnierdirektor der UEFA EURO 2008 in Österreich, bei der Präsentation des Endberichts (C) HBF / Pusch 

Der größte Nutzen für Österreich besteht darin, dass wir für einen geringen Aufwand an öffentlichen Geldern sehr viel bekommen haben. Neue Stadien wurden gebaut, andere konnten generalsaniert werden. Die wirtschaftlichen Investitionen haben sich für Österreich bezahlt gemacht. Der Bund hat 133 Millionen Euro in den Ausbau der Austragungsorte und der Infrastruktur investiert, konnte aber ein Plus von 145 Millionen an zusätzlichen Steuereinahmen verzeichnen. Der infrastrukturelle Mehrwert dieser Spiele bleibt unserem Land noch über Jahre hinaus erhalten. Außerdem konnte sich Österreich über eine ausschließlich positive Resonanz in der Welt freuen. Auch im Inland haben wir beobachten können, dass gerade an den Schulen die Begeisterung am Sport geweckt wurde. Auf diese positive Stimmung muss weiter aufgebaut werden.

"Das Einmalige an der EURO wird gewesen sein, dass wir für so wenig so viel bekommen haben." (C) GEPA pictures / Günter R. Artinger

Die Bundesregierung hat gezeigt, dass sie eine derartig große Veranstaltung sehr gut koordinieren kann. Die Zusammenarbeit mit unserem Nachbar und Co-Veranstalter Schweiz hat hervorragend funktioniert. Die EURO war vor allem eines, ein wunderbares, Völker verbindendes Fußballfest. Auch die UEFA sprach von einer Erfolgsgeschichte und dass man die beste EURO aller Zeiten erleben durfte. Ganz ist die EURO organisatorisch noch nicht zu Ende. Am 8. November wird die eigens für den Europameister angefertigte und mit 11.000 Swarowski-Kristallen besetzte Riesenstatue nach Madrid verfrachtet und dort auf dem Uni-Campus aufgestellt.

Den gesamten Endbericht gibt es als Download unter:

http://www.oesterreich-am-ball.at/site/5778/default.aspx

17. Oktober 2008: Im "Fall Kohl" ist die Justiz gefordert

Wie bei jedem Dopingfall stellt sich auch bei Bernhard Kohl die Frage nach dem Umfeld des gedopten Sportlers. Dieses, und da kann man ihn nicht aus der Verantwortung lassen, schafft er sich natürlich selbst. Mit dem neuen Anti-Dopinggesetz drohen jedenfalls den „Hintermännern“ seit 1. August 2008 in besonders schweren Fällen sogar Haftstrafen. Hier ist die Justiz gefordert, egal ob Radprofi Kohl zu den Hintermännern aussagen wird oder nicht, ein Verfahren gegen Unbekannt einzuleiten und Kohl in den Zeugenstand zu holen.

Bernhard Kohl hat gestanden, gedopt zu haben, also muss es jemand geben, der Dopingmittel in den Verkehr gebracht hat. Das ist ein strafrechtlicher Tatbestand und ein Zeuge ist bereits bekannt, nämlich Bernhard Kohl. Daher müsste die Justiz von sich aus mit einem Verfahren gegen Unbekannt tätig werden. Wenn es auch einer Anzeige bedarf, liefere ich diese gerne. Daran soll es nicht scheitern. Es darf nur nicht wieder wie in der „Causa Turin“ passieren, dass die Justiz dieses Verfahren über Jahre verschleppt. Was man sich dort an Zeit lässt, ist unentschuldbar.

Ich kenne Bernhard Kohl persönlich als sympathischen Menschen. Sportler sind ohnehin das schwächste Glied in der Kette und eine Sperre für sie ohnehin die Höchststrafe. Vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem man auch in Österreich gedopte Sportler mit Haftstrafen bedrohen muss. Aber derzeit ist das Gesetz stark genug, schlecht ist, was man daraus macht. Man soll ein Verfahren einleiten und Kohl vorladen, damit er einen Beitrag zur Aufklärung liefern kann. Dabei zu lügen, ist höchst unratsam. Denn bei einer falschen Zeugenaussage droht auch dem Sportler eine Haftstrafe.

16. Oktober 2008: Welternährungstag: Sport setzt Zeichen im Kampf gegen Hunger

Sport ist wichtig im Kampf gegen den weltweiten Hunger. Denn Sport bewegt, schafft Emotionen und begeistert jede Woche Millionen Fans weltweit. Daher ist es ein positives Signal, wenn sich die Profi-Fußballer in Österreich und 26 weiteren europäischen Profi-Ligen an der internationalen Solidaritätskampagne für die 923 Millionen Menschen, die weltweit als Hungerleidend eingestuft werden, aktiv beteiligen. Diese Kampagne soll die Popularität der europäischen Spitzenfußballer nutzen, um Spenden für den Kampf gegen die Nahrungskrise zu sammeln. Das ist eine einzigartige und wichtige Initiative.

Anlässlich des Welternährungstages 2008 wurde das Projekt "Profi-Fußball gegen Hunger" aus der Taufe gehoben (C) FAO 

Gemeinsam mit Jacques Diouf, Generaldirektor der UN-Nahrungsmittelorganisation FAO, und Emanuel Macedo de Medeiros, Generaldirektor der Organisation des Europäischen Profi-Fußballs (EPFL), sowie den Sportstaatssekretären Italiens und Spaniens, Rocco Crimi und Don Jaime Lissavetzky Diez, und den Fußballstars Roberto Baggio, Dino Zoff und Fernando Couto wurde anlässlich des heutigen Welternährungstages das Projekt „Profi-Fußball gegen Hunger“ aus der Taufe gehoben. Ich begrüße die „Professional Football against Hunger“-Kampagne des europäischen Fußballs mit der UN-Nahrungsmittelorganisation, an der sich bei einem großen Aktionstag im März 2009 die 27 europäischen Mitgliedsorganisationen mit Schiedsrichtern, Spielern und Fans beteiligen, um auf das Thema Hunger aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit EPFL-Generaldirektor Medeiros und Vertretern der Österreichischen Bundesliga werde ich im November in Wien die Kampagne und den Aktionstag präsentieren.

Der Kampagnen-Startschuss in Rom anlässlich rückt die Bedeutung der Weltgemeinschaft und den Beitrag, den der Sport im Kampf gegen Hunger leisten kann, in den Vordergrund (C) FAO 

Der Kampagnen-Startschuss in Rom anlässlich des Welternährungstages rückt die Bedeutung der Weltgemeinschaft und den Beitrag, den der Sport im Kampf gegen Hunger leisten kann, in den Vordergrund. Es ist unser aller Aufgabe, ausreichende Ernährung in allen Ländern sicherzustellen. Basis dafür ist neben einer zielgerichteten Entwicklungszusammenarbeit auch die Schaffung des Bewusstseins für diese globale Katastrophe. Laut UN-Statistiken leiden weltweit 923 Millionen Menschen Hunger, 25.000 Menschen, davon 13.000 Kinder, sterben täglich an den Folgen ihrer Unterernährung. Wie auch in der Finanzkrise braucht die Hungerkrise internationale Zusammenarbeit. Und der Sport leistet einen wichtigen Beitrag, um den Ärmsten der Armen zu helfen. Auch wenn mit der Fußballer-Kampagne nicht jedem einzelnen Hungerleidenden Menschen geholfen werden kann, ist sie ein wichtiges Signal für den Einsatz der Sportfamilie zur Bekämpfung von Hunger und Armut.