19. Juni 2008: EURO 08-Blog: Behinderte Fans nach ersten Stadionbesuchen begeistert

Die Österreichische Bundesregierung hat alles unternommen, um die Fußball-Europameisterschaft zu einem Fußballfest für alle zu machen. Die EURO 2008 setzt dabei neue Maßstäbe beim barrierefreien Zugang der vier EM-Stadien in Wien, Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg. Gemessen an Stadienplätzen haben wir bei der EURO sogar mehr Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze als bei WM in Deutschland. Und die Rückmeldungen sind durchgängig positiv.

Bei der gemeinsamen Begutachtung der Barrierefreiheit mit Behindertenvertreter Alexander Ceh im Ernst-Happel-Stadion (C) HBF / Andy Wenzel 

Schon bei der WM 2006 in Deutschland wurde Barrierefreiheit groß geschrieben. Pro Spiel gab es im Schnitt 70 Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze, in Österreich sind es pro Spiel im Schnitt über 80. Damit übererfüllen wir sogar die hohen Standards der UEFA-Empfehlungen für Barrierefreiheit von zwei Behindertenplätzen pro 1000 Zuschauer in den Stadien und in den Fanzonen. Selbst im Wiener Ernst Happel-Stadion, dessen Bausubstanz noch aus dem Jahr 1931 stammt, ist es durch die Nachrüstung mit temporären Bauten gelungen, optimale Zuschauerbedingungen für Rollstuhlfahrer zu schaffen und 100 Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze auf einer eigene Zusatztribüne auf Höhe der Mittellinie zur Verfügung zu stellen. Bei den „jüngsten“ EM-Stadien in Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck wurde bereits bei der Planung auf Qualität und Komfort für die Benützung durch Rollstuhlfahrer geachtet. Die Rollstuhlfahrer-Zuschauerplätze sind auf Höhe der ersten Reihe rund um das Spielfeld situiert und barrierefrei von Außen erreichbar. Damit werden optimale Sichtbedingungen insbesondere für Rollstuhlfahrer erzielt, die sich auf dieser Ebene frei bewegen und die erforderliche Infrastruktur (Behinderten-Lifte, Kioske und WC’s) anfahren können.

Barrierefreiheit garantiert Fußballgenuss in allen Stadien wie in Innsbruck beim Spiel Russland - Schweden mit Prinz Carl Philip von Schweden, UEFA-Generalsekretär David Taylor und ÖOC-Präsident Leo Wallner (C) GEPA pictures / Oskar Höher 

Auch das Resümee von blinden und sehbehinderten Fans sowie Rollstuhlfahrern fällt nach den ersten EM-Spielen in Österreich dementsprechend positiv aus. Miterleben konnten Betroffene die Spiele über ein spezielles Moderationssystem per Kopfhörer. Die Kommentatoren schildern Detailreich das Spiel, gleichzeitig kann man die Stadionatmosphäre und die Schlachtgesänge live miterleben. So schön kann Fußball sein und zu einem Fest für alle werden. Vor den heute beginnenden vier Viertelfinalpartien werden übrigens Behindertensportler unter dem Motto „Fußball for all“ das Vorprogramm in den Stadien bereichern. In Wien treten am Freitag zwei österreichische Mannschaften mental Behinderter und am Sonntag Irland und die Niederlande an, wobei Spieler mit zerebraler Lähmung spielen werden. Die gehandicapten Fußballer werden ihre besonderen Fähigkeiten vor zehntausenden Fans demonstrieren. Das Projekt wird von „Plusport“, der Dachorganisation des Schweizer Behindertensports, und dem Österreichischen Behindertensport-Verband (ÖBSV) in Zusammenarbeit durchgeführt und von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) finanziert.

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